Friday, July 22, 2011

66 Meilen durch den Glacier Nationalpark!

Die ersten zwei Wochen im Juli sind hier Betriebsferien. Das ist eine gute Zeit um zu reisen, denn wir muessen mindestens eine Woche Urlaub nehmen und hier habe ich sowieso weniger Urlaub als in Deutschland und keine Gleitzeit, da moechte man den Urlaub nicht zu Hause verbringen. Bereits letztes Jahr hatte ich geplant mit Jill in den Glacier Nationalpark zu gehen. Diese Plaene wurden jedoch durch den Tornado Outbreak am 27. April geaendert. Sie hatte naemlich einen Baum im Haus und zu allem Uebel hat sich ihr Mann bei den Aufraeumarbeiten auch noch mit der Kettensaege ins Bein gesaegt. Er hatte grosses Glueck im Unglueck. Lange ueberleg ich was ich tun soll.... ich beschliesse trotzdem zu gehen. Am 10. Juli fruehmorgens geht es los! Der Flieger nach Kalispell ueber Minneapolis geht bereits um 7 Uhr. Aber so bin ich auch schon frueh da und es reicht noch aus um in den Nationalpark zu fahren. Es geht an den West Glacier Eingang. Hier kaufe ich mir erstmal eine neue Jahreskarte fuer alle Nationalparks. Das lohnt sich fuer mich allemal, denn ich bin oefters mal in Nationalparks unterwegs. Am Eingang erfahre ich, dass die "Going-to-the-Sun-Road" nur 16 Meilen von dieser Seite aus geoeffnet ist - aber sie soll am kommenden Mittwoch oeffnen. So muss ich wohl die Wanderplaene aendern. Aber das kann ich im Hotel noch machen, jetzt moechte ich erst noch was vom Park sehen. Die Going to the Sun Road fuehrt entlang des Lake McDonald und es gibt viele attraktive Aussichtspunkte. Am Trail of Cedars ist es dann soweit. Es geht nicht mehr weiter,... Hier ist auch dementsprechend viel los, nach erfolgreicher Parkplatzsuche wandere ich in FlipFlops diesen Wanderpfad. Aber das macht nichts, denn dieser Pfad ist auch fuer Behinderte gemacht. Aber so zum Auftakt ist dies gar nicht so schlecht. Hier gibt es auch schoene Sachen zum sehen. Der Wald besteht aus Zedern und Hemlocktannen, der Waldboden ist von dichtem Moos ueberzogen und die Avalanche Creek schlaengelt sich mit ihrem glasklaren und wahrscheinlich auch eiskaltem Wasser durch die Felsen. Ich bin jetzt schon begeistert! Was mich wohl morgen alles auf etwas anspruchsvolleren Wanderwegen erwartet! Ich freue mich auf jeden Fall auf morgen. Eigentlich hatte ich den Trail zum Iceberg Lake geplant, aber dieser ist auf der Ostseite und ich weiss nicht mal ob alle Pfade offen sind. Aber hier laeuft gerade ein Park Ranger rum. Den frag ich doch glatt mal. Er weiss es aber auch nicht, so was doofes! Doch zufaellig kommen grad zwei Damen vorbei die diesen Trail schon gewandert sind. Also der morgige Tag muss nicht umgeplant werden. Nach dem Spaziergang auf dem Cedar Trail hab ich mich auch schon auf den Weg ins Hotel gemacht. Der Lake McDonald lag nun in schoenem Abendlicht. Ich halte noch ein paarmal an und dann zurueck ins Hotel. Ich bin naemlich irgendwie hundemuede! Sofort nachdem ich mich ins Bett gelegt habe bin ich in einen komaaehnlichen Schlaf gefallen. Das kenne ich doch irgendwoher! Letztes Jahr im Yellowstone war ich abends auch immer soooooo muede! Liegt wohl an den Anstrengungen des Tages. Auf jeden Fall freu ich mich schon auf den Iceberg Lake und die Wanderung dorthin.....

Erkunden der nahen Umgebung...

Nachdem ich jetzt schonmal im Zoo war, und es mir gefallen hat, hab ich beschlossen noch weitere schoene Dinge in der Umgebung zu erkunden, zum Beispiel weitere Teile des Oak Mountain State Parks. Bis jetzt kenne ich hier nur ein paar Trails, die mir aber alle gefallen haben und so pack ich die Hunde ins Auto und los geht's zum Park. Die Ecke wo der Wasserfall ist und die schoenen Aussichtspunkte habe ich bereits erkundet. Teilweise war ich auch schon am North Trailhead und bin hier Teile des weissen (Shackleford Point Trail), roten (Double Oak Trail) und auch blauen (South Rim) Wanderpfads gelaufen. Noch nie bin ich den ganzen Trail vom noerdlichen Teil bis zum Wasserfall gelaufen, aber das Problem ist hier auch, wenn ich das machen will, dann muss ich den ganzen Weg wieder zurueck und das sind fast 8 Meilen einfach, also waere es am Ende des Tages 16 Meilen. Und das waer fuer die Hunde und auch fuer mich bei der Hitze eine Zumutung. Ich schleppe ja schon fuer einen kleinen Teil literweise Wasser mit. Den Hunden gefaellt es, immer wieder muss ich aber Wasser fuer sie bereitstellen. Kurz nach dem Trinken haengt die Zunge schon wieder fast am Boden. Aber ich glaube nach diesem ausgedehnten Spaziergang sind sie heute abend bestimmt muede! Mir hat es sehr gut gefallen! Am darauffolgenden Wochenende gehe ich gleich wieder hin und laufe mal den gelben (Foothills) Trail. Dieser Trail geht auf und ab und kommt auch am Old Lake vorbei. Hier ist es wirklich klasse. Fast keine Menschen sind unterwegs. Die Amerikaner bewegen sich eben doch nicht so gerne! Auf dem Old Lake treibt ein einsames Boot. Macht sich gut im Foto! Hat wohl jemand extra dort "geparkt" damit ich ein schoenes Motiv habe. Aber wieder einmal bin ich nicht den ganzen Trail gegangen, dazu ist es zu heiss, auch wenn es viel durch den Wald geht. Das mach ich irgendwann im Winter, oder vielleicht sogar im Herbst, wenn meine Stammbesucherin Dagmar wieder da ist :-). Am Ende des Tages komme ich auf insgesamt ca. 9 Meilen Wanderung! Das ist ein gutes Training fuer den anstehenden Wanderurlaub im Glacier Nationalpark in Montana.
Fuer den 4 Juli war ich bei David zum BBQ eingeladen. So habe ich ein grosses Fest mal nicht bei meiner Ersatzfamilie von Lauree verbracht. Meine Hunde durften natuerlich auch mit. David's Grundstueck ist naemlich so gross, dass er am Wochenende 10 Stunden damit verbringt den Rasen zu maehen. einen eigenen See hat er auch. Das fanden die beiden Maedels klasse. Ich hab David schon lange nicht mehr besucht und es war eine Wiedersehensfreude. Zum Essen gab es natuerlich gegrilltes, BBQ, Pulled Pork, Ribs, Chicken dazu im Southern Style Baked Beans, Kartoffelsalat, Krautsalat. Hmmmmm Lecker! Waehrend des Essens haben die Maedels eine Spielpause gemacht und sich brav unter den Tisch gelegt in der Hoffnung es koennte was runterfallen! Es hat bestimmt sooooo lecker gerochen! Aber vom Tisch bekommen sie von mir nichts. Das waere ja auch noch schoener! Sonst fangen sie noch das Betteln an, das sollen sie nach Moeglichkeit nicht anfangen.

Sunday, July 3, 2011

Begegnung mit einer Giftschlange...

Die Hitze hier zwingt mich immer morgens oder abends zu reiten. Tagsueber geht es gar nicht, da stehen die Pferde schon ohne sich zu bewegen in ihrem Schweiss. Es ist der 12. Juni und ich fahre nach einem gemuetlichen Fruehstueck (so viel Zeit muss sein!) raus zu Lauree um mit Game einen kleinen Ausritt zu machen. Obwohl es erst morgens um 8 Uhr ist, hat es schon wieder 30 Grad Celsius! Der Ausritt wird wohl eher ein Schrittausritt werden, aber das macht nichts. Putzen und Satteln und dann geht es los! Die Hunde gehen auch alle mit - 7 Stueck! Dass alle mitgehen ist eher selten, aber heute hatten wohl alle Lust ein bisschen im Wald rumzustoebern. Ich reite die Einfahrt hinunter und dann biege ich links ab auf die grosse Wiese, normalerweise reite ich hier quer drueber, aber heute reite ich am Rand, wegen des Schattens! Die Hunde huepfen erstmal in die Creek und verschaffen sich so eine Abkuehlung. Anscheinend wissen die Hunde schon wo ich hin will, denn als wir da vorbei kommen, wo ich in den Waldweg abbiegen will, nehmen sie schon die Abkuerzung und gehen auf die andere Seite des Zauns. Ich muss noch bis ans Ende des Zauns und nehme dann den kleinen Trampelpfad der auf den Waldweg fuehrt. Alle Hunde stehen mir im Weg rum, was ist denn da so interessantes??? Ich halte an und ploetzlich jault Lulu laut auf und ich sehe sie! Direkt vor Game liegt sie! Aufgerollt und so dick wie mein Arm - eine Diamondback Rattlesnake (Klapperschlange)... und schon hoere ich sie auch klappern. Jetzt aber schnell weg hier! Ich reisse Game rum und galoppiere Richtung Haus... waehrenddessen drehe ich mich noch um und schreie nach den Hunden, alle 7 kommen! Lulu auch, zwar langsam, aber sie kommt! Und immer wieder wischt sie sich mit der Pfote durchs Gesicht. Aber ich jetzt geht es darum Lulu schnellstens zum Tierarzt zu bringen. Also im Jagdgalopp zum Haus und vom Pferd springen dieses kurz am Zaun anbinden und ab ins Haus rennen. Lauree ist zum Glueck noch nicht in der Kirche. Ganz aufgeregt sag ich: Lulu wurde von einer Schlange gebissen... Gerade als wir auf den Golfkart steigen wollten um sie zu holen, kommt sie winsend an. Sie muss ziemliche Schmerzen haben. Und sie blutet im Gesicht. Die Schlange hat sie genau ums Auge rum gebissen. Das Gesicht und der Kopf ist auch schon ziemlich angeschwollen. Schnell hieven wir sie ins Auto und Lauree faehrt los. Ich bleibe mit Kathryn und Connor zuhause und wir warten! Die Kids konnten es gar nicht verstehen, warum sie jetzt nicht in die Kirche gehen konnten. Nach 2 Stunden war Lauree wieder da und Lulu auch! Wenn sie die naechsten 24 Stunden uebersteht, dann wird sie es wohl schaffen. Der Tierarzt hat gesagt, dass Hund eine recht gute Chance haben einen Schlangenbiss zu ueberleben! Hoffentlich! Am naechsten Tag ist der Kopf doppelt so dick angeschwollen wie normal! Aber sie hat die ersten 24 Stunden ueberstanden!!! Yippie! 3 Tage spaeter musste leider das Auge entfernt werden, das ganze Gift der Schlange hatte sich wohl darin angesammelt. Nachdem das Auge entfernt wurde, ging es ihr sofort schlagartig besser. Am Anfang hatte sie noch einige Schwierigkeiten aber mittlerweile hat sie sich an ihr neues Sichtfeld gewoehnt und spielt wieder wie eh und je mit Moonlight und Sunshine. Da ich in meinem Garten auch eine Schlangenhaut gesehen habe, war ich nun doch etwas skeptisch, ob dies nicht vielleicht eine Giftschlange ist. Also hab ich die Schlangenhaut eingepackt und bin damit in den Birmingham Zoo gefahren und meine Schlange zu identifizieren! Es ist eine Rat Snake, die ist gut, frisst Ratten und Maeuse! Also darf sie bleiben und ich bin ganz schoen erleichtert. Und da ich schonmal im Zoo bin, schaue ich mir natuerlich auch die Tierchen an. Leider habe ich nicht allzuviel Zeit, da es ja schon abends ist und der Zoo um 7 Uhr schliesst. Aber ich habe immer noch die Moeglichkeit nochmals zu kommen, denn der Zoo ist hier in Birmingham! Man geht viel zu selten die Dinge anschauen, die vor der Haustuere liegen! Vor dem Zoo habe ich was lustiges gesehen! Neben den Behindertenparkplaetzen gab es Recycling-Parkplaetze fuer Hybridfahrzeuge! Entweder kann man da sein Hybridfahrzeug abstellen zum Recyclen oder das Recyclezeichen soll dafuer stehen, dass diese Personen hier parken duerfen, weil sie umweltfreundlicher sind.

Friday, June 24, 2011

Tiefenrausch!

Das vergangene Wochenende war den Pferden gewidmet! Jetzt ist mal wieder tauchen an der Reihe. Und gleich zu Beginn der Tauchsaison steht etwas besonderes auf dem Plan - Pensacola! Hier waren wir doch schon oefters, das it nichts besonderes mehr! Doch ist es! Wir gehen naemlich zur USS Oriskany - mein Lieblingstauchplatz. Am liebsten wuerde ich hier einen Tec-Tauchgang machen, aber da ich diesen Trip fuer meine Tauchschueler organisiere und das alles Sporttaucher sind, werden auf diesem Trip keine Dekompressionstauchgaenge gemacht! Wie ueblich fahren wir am Freitag nach der Arbeit los in Richtung Sueden und wir treffen uns im Condo bei Rob. Ich fahre mit Helmut und wir sind bereits um 7 Uhr da! Die anderen trudeln nach und nach ein und als alle da sind geniessen wir noch ein Bierchen. Und fuer mich hiess es dann frueh ins Bett gehen! Ich bin einfach muede! Samstag morgen nach einem gemuetlichen Fruehstueck machen wir uns auf den Weg nach Fort Pickens. Dieses Mal sind naemlich ein paar Schnuppertaucher dabei und da um 11:22 Uhr High Tide (Flut) ist und kurz vor der Flut die beste Zeit zum Schnuppertauchen an Fort Pickens ist, haben wir erst das gemacht und haben unsere Bootstauchgaenge auf den Nachmittag gelegt. Auf dem Weg zu Fort Pickens sehen wir schon die Flieger der Navel Air Station (Marinefliegerstuetzpunkt der US Navy) durch die Luefte fliegen. Sie haben Formationen geflogen, sozusagen gab es noch eine kostenlose Flugschau! Echt genial wie die fliegen koennen. Aber wir sind nicht wegen der "Flugschau" hier sondern um zu tauchen! Also nach dem Briefing ging es dann endlich ins Wasser. Im flachen Bereich haben wir noch die 3 Uebungen gemacht und dann sind war auf 9 m abgetaucht - gaaaanz langsam, denn Peter hatte leichte Probleme mit dem Druckausgleich. Ich habe es dann auch gleich gemerkt als die Ebbe eingesetzt hat, denn ab da ging die Stroemung los und da meine Schnuppertaucher ziemlich "Flossenschlagfaul" waren, hab ich die beiden am Arm genommen und die ganze Flossentaetigkeit uebernommen. Waere ja bloed wenn wir zu weit raus treiben... Den beiden hat es auf jeden Fall gefallen und sie wollen den Tauchschein machen.

Nach dem Schnuppertauchen sind die Nichttaucher gleich am Strand geblieben und wir haben uns endlich auf den Weg in die Marina gemacht. Jawoll, es geht endlich los. Wir fahren raus zur Pete Tide! Dort wollten wir eigentlich zwei Tauchgaenge machen, aber nach dem ersten Tauchgang hat sind die Wellen hoeher geworden und in der Ferne wurde es auch schon richtig dunkel. So haben wir beschlossen uns vom Acker, bzw. Ozean zu machen. Von unterwegs haben wir noch schnell im Diveshop MBT angerufen und sichergestellt, dass wir die Flaschen noch gefuellt bekommen, denn morgen stand ja das Highlight USS Oriskany auf dem Plan und da wollten wir schon um 6 Uhr rausfahren, damit wir die ersten sind! Den Tag haben wir wie ueblich im McGuire's Pub bei einem Steak und einem Irish Wake ausklingen lassen. Christoph musste den Elch kuessen :-), weil er das erste Mal dabei war. Am naechsten Morgen puenktlich um 6 sind wir an der Marina und Rob laesst gerade das Boot zu Wasser! Ich bin schon ganz aufgeregt, es geht bald los zu meinem Lieblingstauchplatz. Erstmal die ganze Tauchausruestung wieder auf's Boot laden und zuletzt gehen die Taucher an Bord und dann duesen wir los - 30 Meilen raus auf's Meer. Das ist ein ganz schoener Ritt, aber Rob hat ein schnelles Boot, so schaffen wir das ganze auch in einer Stunde ... und wir sind die ersten! YEAH! Briefing und dann rein ins kuehle Nass... naja, wohl eher warme Nass! Christoph kann leider nicht tauchen, da er Probleme mit den Ohren hat, er ist aber trotzdem mit raus gefahren. So haben wir ein 3er Buddyteam, Michael, Michael und Eric und ein 2er Buddyteam, Helmut und ich. Helmut hat erst letztes Jahr mit Tauchen angefangen und daher bilde ich mit ihm ein Buddyteam. Wir tauchen auf ca. 37 m ab und sehen das Flugdeck! Ach mich juckt es in den Fingern mal kurz runter zu gehen, aber nicht heute! Helmut schaut gerade in ein Loch und von hinten schleicht sich ein Barracuda an. Als Helmut sich umdreht sieht er den Barracuda und schwimmt weg, der Barrakuda schwimmt genau da vorbei wo Helmut grad war, als wie wenn er darauf gewartet haette, dass Helmut endlich weg geht! Das war witzig anzusehen. So, wir sind auch schon nahe an unserer Nullzeitgrenze und machen uns an den Weg zurueck zum Seil unseres Boots und dann an den Aufstieg. Kurz war's aber herrlich schoen! Ach ich liebe dieses Wrack! Nun aber erstmal eine ausgiebige Oberflaechenpause machen! Mittlerweile ist auch noch ein weiteres Boot angekommen, aber wir haben den besten Ankerplatz. Und was ist das denn ?? Delphine! So hat Christoph auch noch ein bisschen was davon, wenn er schon nicht tauchen gehen kann! Michael macht sich bereit um mit den Delphinen zu schnorcheln, aber bis er im Wasser ist, sind sie schon wieder weiter weg. Nach einer guten Stunde sind wir bereit fuer unseren naechsten Tauchgang - Helmut und ich sind als erste im Wasser und tauchen am Seil ab. Als wir auf ca. 5m sind, zeigt mir Helmut ploetzlich das Seilende! oh, wir sind gar nicht mehr am Wrack fest! Wie konnte das denn passieren? Also wieder hoch an die Oberflaeche und Bescheid geben. Alle Mann zurueck auf's Boot und Justin musste das Ankerseil neu befestigen. Das hat natuerlich etwas gedauert. Eigentlich war das gar nicht so schlecht, denn somit haben wir eine laengere Oberflaechenpause gehabt! Endlich sind wir wieder am Wrack befestigt und wir koennen unseren 2. Tauchgang machen. Helmut und ich tauchen als erstes ab. Wir schwimmen oberhalb des Flugdecks auf ca. 35 m und ich sehe schon Helmut ist im Tiefenrausch, er hat ein grosses Grinsen im Gesicht! Er schaut runter zum Flugdeck und ich weiss genau, was er jetzt denkt, ach da geh ich kurz runter.... und schon ist er auch 2-3 m tiefer! Ich zeige ihm an, wieder etwas nach oben zu gehen, aber er grinst mich nur an und ignoriert mich. Er geht nochmals 2 Meter tiefer und ich zeige ihm wieder an, diese Tiefe zu verlassen. Ich beschliesse, falls er mich wieder ignoriert ihn etwas weiter nach oben zu holen, er grinst er mich zwar immer noch an, tut aber was ich ihm sage. Letztendlich waren wir auf 40 m und Helmut hatte seinen ersten richtigen Tiefenrausch! Nachdem wir nun auf 40 m waren, war unsere Nullzeit auch schon wieder zu Ende und wir haben uns auf den Weg nach an die Oberflaeche gemacht! Wieder auf'm Boot, gesteht Helmut, dass er dachte das Flugdeck ist ja gar nicht mehr weit, da kann ich auch kurz runter gehen! Die Tiefe und der Tiefenrausch sind halt nicht zu unterschaetzen! Aber er hatte ja einen tollen Tauchlehrer dabei :-)

Saturday, June 18, 2011

Die Wochenenden sind einfach zu kurz, auch wenn sie lang sind!

Der Monat Mai naehert sich dem Ende und am letzten Montag im Mai ist ein Feiertag - Memorial Day! Yippie! Wir haben auch mal einen Feiertag, den Deutschland nicht hat! 3 Tage, nein 4 Tage Wochenende stehen vor der Tuer! Denn am Freitag habe ich mir frei genommen. Natuerlich haelt es mich nicht zuhause. Lauree und ich fahren zusammen mit Brandon und Dana nach Creek Valley zum Campen und Reiten. Bradley hat auch vor zu kommen und Tina mit ihrem Mann. So sind wir fast alle da! Besonders freue ich mich, dass ich Tina mal wieder sehe, denn ich habe sie das letzte Mal bei meinem ersten Aufenthalt in Alabama gesehen, also in 2006! Und das ist schon wieder ein ganzes Weilchen her! Wir haben es uns noch offen gelassen ob wir am Donnerstag abend oder Freitag morgen fahren.... aber das Wetter hat uns den Entschluss abgenommen. Donnerstag abend hat es gewittert, also fahren wir erst am Freitag morgen los. Tina und Bradley sind schon da und sobald wir ein bisschen eingerichtet sind und alles aufgebaut haben, geht's los zum ersten Ausritt. Ich reite auf Sugar, das ist ein Pferd von Tina, denn wir haben einfach zu wenig Pferde. Wir haben Blue und Game, Dana muss auf Blue reiten, da sie Anfaenger ist. Lauree wuerde gerne Game reiten, also bekomme ich ein Pferd von Tina und Brandon ebenfalls. Tina hat extra 3 Pferde mitgebracht! Ein grosses Dankeschoen an sie!!! Bradley hat Dakota dabei! Dakota ist so ein tolles Pferd! Nach dem Reiten machen wir erstmal ein Nickerchen, das haben wir uns verdient! Danach ein ausgedehnter Spaziergang mit den Hunden und nochmals einen Ausritt und es ist auch schon wieder Abend. Heute gibt es BLT-Sandwiches!!! Hmmm, die sind ja sooo lecker! BLT heisst Bacon-Lettuce-Tomato, also eigentlich ganz einfach! Und wir schauen noch einen Movie! True Grit - ein Western. Den Fernseher und DVD Player haben wir draussen aufgebaut und so sitzen wir im Halbkreis drumrum und geniessen den Film bei einem Glaeschen Wein.
Am naechsten Morgen bin ich mal wieder die erste die wach ist. Ich bin eben ein Early Bird und die anderen alle Langschlaefer. Also erstmal Pferde fuettern, Wasser holen und den Schlafplatz saeubern. Und dann eine kleine Runde, so ca. 3 Meilen laufen. Natuerlich duerfen Sunshine und Moonlight mit. Als ich nach einer halben Stunde wieder da bin, ist es immer noch still auf dem Campingplatz... na gut, dann geh ich erstmal duschen! Aber vorher noch die Kaffeemaschine anschalten! Der lecker Kaffeeduft hat die anderen wohl aufgeweckt und wir haben gemeinsam gefruehstueckt! Ein kleiner Smalltalk mit den Nachbarn. Die haben uns gefragt ob wir gestern einen Streit gehabt haetten?! Haeh?! Wie kommen die denn auf das schmale Brett?! Sie meinten es haette sich so angehoert! Ahhh jetzt faellt der Groschen! Das war im Film! Ups, wir hatten den Ton wohl etwas zu laut :-) Der Tag war wieder ausgefuellt mit Reiten, Relaxen, mit den Hunden spielen, usw. Die Hunde lieben es an den Teichen im Wasser zu spielen. Sunshine schwimmt auch sehr gerne. Moonlight traut sich nicht zu schwimmen, wenn sie den Boden unter den Fuessen verliert das ist ihr nicht ganz geheuer. So laesst sie immer Sunshine die Stoeckchen aus dem Teich holen und nimmt ihr diese dann am Ufer ab. Das ist so lustig. Heute habe den ganzen Tag Bradley bearbeitet, dass ich seinen Dakota reiten darf! Und er meinte ich kann ihn am Sonntag morgen reiten und er wuerde danach abreisen, da er am Dienstag eine Knieoperation hat und am Montag noch irgendwelche Tests machen lassen muss. Ich freu mich schon auf den Ritt. Den Samstag lassen wir wieder bei gemeinsamen Essen und einem Movie ausklingen. Am Sonntag morgen bin ich schon wieder frueh wach! 6 Uhr! Mal wieder ist es ueberall still und nachdem die Pferde versorgt sind gehe ich wieder meine 3-Meilen Runde joggen! Morgens ist es wenigstens noch nicht so heiss. Als ich zurueck komme ist Bradley wach und ich richte mir Dakota und los geht es. Es ist herrlich ich reite den roten Trail, das ist ein schmaler Weg der geschlaengelt den Berg hoch geht. Oben angekommen reite ich zum Aussichtspunkt und dann den blauen Trail runter zum Bach und dann zurueck zum Campingplatz. Ich war 2 Stunden unterwegs und habe mal wieder feststellen muessen, dass so ein Gangpferd einfach was herrliches ist! Man merkt gar nicht wie sich das Pferd bewegt, wie auf einem Sofa. Und Bradley hat auch so einen tollen Sattel. Handgefertigt von Amish Leuten in Tennessee. Da wollte ich schon lange mal hin, aber bis jetzt habe ich es noch nicht geschafft! Immer war was anderes los! Bradley ist schon fleissig am Packen, er hat ja auch noch ein kleines Stueckchen zu fahren! Tina sieht mich mit Dakota und glaubt ich mache ihn grad fertig und fraegt mich ob wir zusammen ausreiten. Ich sag ja, aber Dakota ist schon 2 Stunden bewegt - das macht nichts, ich bekomme Sweety, ein Pferd von ihr! Nachdem ich Dakota abgesattelt hab, war Bradley auch schon fertig mit packen, es hat nur noch das Pferd gefehlt! So verabschiede ich ihn und wuensche ihm alles Gute fuer die Knieoperation und er macht sich auf den Heimweg. Tina und ich machen uns auch auf den Weg... aber auf einen anderen Weg... Ausritt Nr. 2! Wir sind ca. eine Stunde unterwegs. Danach ein kurzes Fruehstueck einwerfen und schon geht es weiter mit Ausritt Nr. 3. Dieses Mal reite ich Game und wir sind wieder 2 Stunden unterwegs. Es ist frueher Nachmittag und ich bin schon 5 Stunden geritten! Jetzt ist es an der Zeit das Hinterteil etwas zu schonen und ich lese ein bisschen in meinem Buch. Gegen Abend ziehen wir nochmals los, dieses Mal ohne Sattel! Und wir sind schon wieder ein Stuendchen unterwegs! So bin ich heute insgesamt 6 Stunden auf dem Pferd gesessen! Heute gibt es gegrillten Fisch! Lecker! Nun ist schon wieder Montag und unser letzter Tag ist angebrochen. Tina packt schon frueh ihre sieben Sachen und reist ab. Wir wollen den letzten Tag noch ausnutzen und natuerlich wollen wir auch noch reiten! Brandon und Dana haben jetzt aber kein Pferd mehr, aber das ist nicht so schlimm, denn sie wollen lieber noch ein bisschen schlafen! Lauree und ich machen einen herrlichen Ausritt. Wir machen die gleicher Runde, die ich mit Dakota gemacht habe. Das ist mein Lieblingstrail! So langsam muessen wir ans Packen denken! Aber vorher sollen die Pferde noch ein bisschen Heu bekommen. Oh! Wer hat sich denn da ein Bett aus Heu gerichtet? Meine Maedels. Sie fanden es natuerlich nicht so gut, dass wir das Heu weggenommen haben.
So nun ist es auch schon wieder vorbei! Wie schon gesagt, die Wochenenden sind einfach zu kurz, auch wenn sie 4 Tage lang sind!

Tuesday, May 31, 2011

Erholung

Fuer Alabama ist es nun an der Zeit sich von den Folgen des Tornados zu erholen. Die Aufraeumarbeiten sind im vollen Gange. Trotzdem sieht es immer noch aus wie wenn eine Atombombe eingeschlagen haette. Die, die verschont blieben, haben gespendet und in den Donation Centern voluntiert. Am 07.Mai habe ich in Brookwood ausgeholfen. Hier in Brookwood haben wohl 35 Familien alles verloren - wirklich alles, denn das Geld hat fuer eine Versicherung nicht ausgereicht! Diese Menschen sind nun wirklich auf Spenden angewiesen. Morgens um 9 Uhr ging es los und ich wurde zu den Kleidern eingeteilt. Auf Tischen waren bergeweise Klamotten ausgebreitet, die alle auf einen neuen Besitzer gewartet haben! Zuerst aber sollten sie sortiert werden und in je Groesse in Kartons verpackt werden. Waehrend des Tages kamen immer wieder Anforderungen rein, dass jemand Kleidung brauchte! So haben wir immer jeweils ein paar schoene Sachen zusammengestellt. Leider mangelte es an Unterwaesche. Neue wurde fast keine gespendet und die gebrauchten habe ich grosszuegig weggeworfen! Was sind das fuer Menschen, die Unterhosen mit Bremsspuren spenden???Manche andere Kleidung war auch unbrauchbar! Unverstaendlich - aber wir haben zerfetzte und total verfleckte Klamotten grosszuegig weggeschmissen! Es wurden so viele Klamotten gespendet, da muss niemand einen Fetzen tragen! Am darauffolgenden Freitag war ich anstatt zu Arbeiten wieder in einem Donation Center zum Helfen. Mercedes hat neben der 1.000.000 $ Geldspende auch die Arbeitskraft der Mitarbeiter fuer 2 Wochen zur Verfuegung gestellt und jeden Tag sind andere raus gegangen zum helfen - schliesslich muss ja auch unsere Produktion aufrecht erhalten werden. Dieses Mal war ich in Tuscaloosa. Ein ehemaliger Supermarkt wurde umfunktioniert. Ein Chaos herrscht hier! Es sind viel zu wenige freiwilligen Helfer. Zuerst sortieren wir Essen, aber nach und nach waren hier zu viele Helfer und wir wurden gebeten, zu helfen, alle Spenden die noch draussen stehen nach drinnen zu bringen, falls es in den naechsten Tagen regnet. Und draussen stand ein Haufen rum! Alles gemischt. Die Spendenlkw's kommen laden alles ab und gehen wieder und wie schon gesagt, es sind viel zu wenig Helfer um das alles weiterzuverarbeiten. Wir haben dann angefangen alle Kleidersaecke in einen der Lagerraeume zu schaffen. Aber dort ist auch schon alles gestapelt bis fast unter die Decke! Die armen, die nachher hier sortieren muessen! Nachdem wir einen Grossteil reingeschafft haben, wollen wir anfangen die Kleidung zu sortieren und in markierte Kartons zu verpacken, damit sie an die Opfer verteilt werden koennen. Da es im Gebaeude schon ziemlich voll war, habe ich meine Sortieraktion nach draussen verlegt. Das war zwar ziemlich heiss, aber trotzdem besser als drinnen auf einem Kleiderstapel nicht zu wissen wohin jetzt die sortierte Ware soll. Am Ende des Tages hatte ich 3 Paletten Kartons gepackt! Puh, das war vielleicht eine Knochenarbeit! Ich bin bis 7 Uhr geblieben, damit ich die letzte Palette auch noch voll bekomme. Auch hier habe ich wieder zerfetzte und nicht mehr tragbare Kleidung weggeworfen! Es ist unverschaemt, was manche Menschen spenden! Oh war ich ko am Abend. Aber jetzt ist Wochenende und ich habe nichts vor ausser zu meinem Pferdchen zu gehen. Und genau das habe ich auch gemacht. Am Sonntag war dann ja Muttertag! Also erstmal zuhause in Deutschland anrufen, leider nur der Anrufbeantworter, also los ging's nach Coaling zum Pferdi! Als ich gerade so mein Pferdchen putze kommen nach und nach Little Laurie, Brandon und Juddah! Bei Lauree ist heute grosses Mittagessen. Ich bin natuerlich auch zum Essen eingeladen, aber da ich mich etwas schmuddelig fuehle, weil ich die "dreckigen" Reitklamotten anhabe und alle anderen schick gekleidet sind, lehne ich dankend ab. So habe ich Game fuer ca. 1 Stunde im Gelaende geritten. Als ich zurueck kam hat Connor gerade meinen Reifen gewechselt! Er meinte ich haette einen Platten :-) Also besser bevor ich nach Hause fahre mal die Radschrauben ueberpruefen. Ich glaube zwar nicht, dass er eine Schraube locker bekommen kann, aber man kann nie wissen. Er faehrt total drauf ab, Reifen zu wechseln! Auch an seinen Spielzeugautos spielt er das immer! Ich glaube er wird mal KFZ-Mechaniker. Da Little Laurie mir "gesteckt" hat dass Lauree heute gerne reiten moechte habe ich ihr Blue geputzt und gesattelt. Game fand es irgendwie nicht lustig, dass sie nach dem Ausritt nicht abgesattelt wurde und dann fand sie es noch doofer, nochmals einen Ausritt zu machen, wo da auf der Koppel doch so viel gruenes Gras wartet, das alles noch gefressen werden muss. Wir waren nochmals so ca. 40 Minuten im Gelaende und Game war sichtlich froh, dass sie sich nun demnaechst dem Gras widmen kann. Ich habe den Sattel schon runter gemacht! Aber Dana, die Freundin von Brandon moechte noch etwas reiten und dafuer muss Blue herhalten. Aber Dana kann gar nicht reiten und so soll Brandon mitgehen und ich hole schon den Westernsattel. Da sich Brandon nicht wohlfuehlt, mache ich doch wieder meinen Dressursattel drauf und Game schaut mich an als wolle sie sagen: Moment mal bitte, es reicht!!! Ich hab mich schon auf's Gras gefreut!!! Ich mache mit Dana nochmals einen ca. 30Minuetigen Ausritt im Schritt. Danach durfte Game endlich wieder auf die Koppel. Sie ist sofort weggaloppiert - nicht dass ich nochmals auf den Gedanken komme sie zu reiten! In der darauffolgenden Woche ist nicht viel passiert, denn ab Mittwoch war ich krank und habe ein paar Tage im Bett verbracht. Wo ich das wohl her habe?! Ich glaube, das kam von den vielen Klamotten die ich sortiert habe. Man weiss ja nie wer das gespendet hat. Und manche waren schon eklig zum anfassen, aber die hab ich sofort weggeworfen! Nachdem ich mich von meiner Krankheit erholt habe, war ich am Montag wieder arbeiten und nach der Arbeit habe ich endlich meinen Massagegutschein, den Lauree mir zum Geburtstag geschenkt hat eingeloest. Ach ist das herrlich! Lynda hat ihre Massagepraxis auf dem McFarland Blvd, etwa 1/4 Meile vom total zerstoerten Gebiet entfernt. Sie hatte Glueck, dass es nicht sie getroffen hat. Und da ich gerade in der Gegend war habe ich mal geschaut wie die Aufraeumarbeiten vorangehen. Fast 3 Wochen spaeter sieht es immer noch verheerend aus! Ich glaube es wird sehr sehr lange dauern bis der ganze Schutt weggeraeumt ist und bis die Region sich erholt hat.

Monday, May 9, 2011

Tag der Verwuestung

Der 27. April 2011, diesen Tag werde ich so schnell nicht vergessen. Es war der Tag der Tornados, die in Alabama schlimme Verwuestungen hinterlassen haben! Ich glaube ich werde in Zukunft an diesem Tag meinen zweiten Geburtstag feiern. Es ist kurz nach 5 und will eigentlich mit den Hunden spazieren gehen. Igitt, was ist denn das fuer ein ekliges Wetter draussen! Na gut, dann geh ich erstmal ins Bad. Licht an und schon gehen die Sirenen los. Tornadowarnung. Also ich schnapp mir den Computer und geh nach unten - denn bei Tornadowarnung soll man unten sein und moeglichst in der Mitte des Hauses in einem Raum ohne Fenster. Am besten waere natuerlich ein Shelter unter der Erde, aber sowas habe ich nicht! In meinem Haus muesste ich mich auf die Waschmaschine setzen. Also mach ich erstmal alle Tueren der umliegenden Raeume zu und setz mich vor die Waschmaschine und surfe ein bisschen im Internet. Ups, das Licht geht aus....Strom weg! So was doofes! Also ist es wohl nix mehr mit Internet. So ca. eine halbe Stunde spaeter sind die Sirenen verstummt, aber der Strom ist noch nicht wieder da. Also wird heute bei Kerzen- und Taschenlampenlicht geduscht. Kaum bin ich aus dem Haus raus, sehe ich schon die ersten umgeknickten Baeume. Ohhh, da hatte ich aber Glueck, der hat ca. 100 m vor meinem Haus halt gemacht! Auf der Morgan Road ist ein Stromleitungsmasten umgeknickt und viel Baeume liegen auf der Stromleitung! Aber ich habe Glueck, kein Baum blockiert die Strasse. Auf dem Interstate liegen auch lauter Aeste und Blaetter und rechts und links sind die Baeume abgeknickt wie Streichhoelzer. Auch der schoene Park vor dem Werk, fast alle Baeume haben dran glauben muessen. Es liegt auch ein grosser 40Tonner LKW auf der Seite im Strassengraben, einfach vom Wind weggeweht! Mir wird ganz anders, denn wenn meine Telefonkonferenz mit Deutschland fuer heute nicht abgesagt worden waere, dann waere ich auf dem Weg zur Arbeit gewesen! So nun kann die Arbeit beginnen - oder doch nicht? Unser Werk wurde auch hart getroffen, das Dach der Lackierung und der ASRS wurden stark beschaedigt und die Produktion wurde um kurz nach 10 Uhr eingestellt und alle Arbeiter nach Hause geschickt. Ein weiterer Sturm ist im Anmarsch - um 15 Uhr werden auch die Angestellten nach Hause geschickt um noch einen sicheren Nachhauseweg zu garantieren. Noch ist bei mir in Birmingham schoenes Wetter, aber ich habe immer noch keinen Strom, so ein Mist, dann kann ich den Sturm gar nicht im Fernsehen mitverfolgen. Auch im Internet kann ich nicht nachschauen wo er gerade ist. Muss mich voll und ganz auf mein Wetterradio verlassen. Es ist vollkommen windstill! Oh, das ist ein ganz schlechtes Zeichen, sozusagen die Ruhe vor dem Sturm. Wenn es so windstill ist kommen meistens Tornados - und genau so war es auch. Es ist kurz vor 17 Uhr und ich unterhalte mich gerade noch mit der Nachbarin. Wir schauen auf meinem iPhone nach und wir erfahren, dass gerade ein "Monstertornado" ueber Tuscaloosa (http://www.youtube.com/watch?v=9KjWtBrEYHY&feature=relmfu
)wuetet und sich auf den Weg in Richtung Birmingham macht. Also besser mal langsam nach drinnen gehen. Jetzt ist auch noch der Akku leer an meinem iPhone und ich habe keinen Strom! Also ist meine einzige Informationsquelle nun mein Wetterradio. Und schon gehen auch wieder die Sirenen los. Das Monster ist also irgendwo hier bei mir in der Naehe! Tornado on the Ground unterwegs in Richtung Hoover, das ist der Stadtteil in dem ich wohne! Mein Laptop hat noch etwas Batterie, so lege ich einen Film ein "The Golden Compass" und schaue in meinem kleinen "Shelter" den Movie. Nebenher lausche ich noch dem Wetterradio. Der Tornado hat seine Richtung etwas geaendert und ist noerdlich des Interstates I20/I59 geblieben, genauergesagt, 11 Meilen von mir weg. Glueck gehabt! Auf dem Bild sieht man wie der Sturm grad ueber Birmingham hereinzieht
(http://www.youtube.com/watch?v=DWSGJ-hG4RM).
Am rechten aeusseren Rand sieht man das Ende des Tornados. Er war sooooo breit, dass er teilweise gar nicht auf's Bild passt. Die Sirenen sind wieder verstummt und mein Film ist auch zu Ende. Also mach ich mich so langsam fertig fuer's Bett. Aber wie komme ich morgen frueh aus dem Bett?? Ohne Strom kein Wecker, mein iPhone kann ich auch nicht laden und somit auch nicht als Wecker benutzen. Naja, ich muss mich halt auf gut Glueck auf meine innere Uhr verlassen. Und es hat funktioniert. Puenktlich um 6 Uhr bin ich im Buero. Als erstes "klaue" ich mir hier etwas Strom und stecke mein Handy ein. Oh, kaum eingesteckt schon faengt es an wie irre zu piepsen - viele viele verpasste Anrufe, viele Nachrichten und Textmessages. Hier versucht nun jeder seine Freunde und Familie zu erreichen, ob alle den Tornadoausbruch gestern ueberlebt haben. Die Produktion steht heute wieder, denn es ist eine Katastrophe!!! Der Tornado am Abend war 1,5 Meilen breit und hat einen 80 Meilen langen Pfad der Verwuestung hinterlassen, welcher sogar auf dem Satelittenbild zu sehen ist. Am schlimmsten hat es Tuscaloosa erwischt, da der Monstertornado hier mitten durch die Stadt gegangen ist. Alles was ihm im Weg war hat er dem Erdboden gleich gemacht. Alberta - alles Weg, grosse Teile von Brookwood, Hueytown, Pleasant Grove, Mc Donald Chapel, Pratt City, Cullman... Ueberall sieht es aus als hat eine Atombombe eingeschlagen. Auf den Bildern dies zu sehen ist schon schrecklich, aber in Wirklichkeit ist es noch viel schrecklicher! Die Menschen stehen vor einem Haufen Schrott und das ist ihr ganzes Hab und Gut. Hier gibt es nun viele Schicksale und Geschichten, wie jeder den Tornado ueberlebt hat. Lauree's Sohn Juddah hat im offenen Kamin ueberlebt. Er wohnte am Rand der total verwuesteten Zone und hat es nicht mehr rechtzeitig geschafft mit den anderen nach unten zu gehen und hat sich im offenen Kamin verkrochen - und fast unverletzt ueberlebt. Seine Nachbarn waren 24 Stunden unter Hausteilen lebendig begraben, bis sie gerettet wurden. Jeder hat seine eigene Story und es gibt soooo viele davon! Da es in Alabama viele arme Menschen gibt, gibt es auch viele die ihr Haus nicht versichert haben. Sehr viele haben durch diesen Tornadoausbruch alles verloren - viele sogar ihr Leben.
Am Donnerstag abend ist bei mir der Strom immer noch nicht wieder an! So ein Mist! Da morgen Freitag ist und die Muellabfuhr kommt, raeume ich am Abend noch meine Gefriertruhe aus und schmeisse alles in die Tonne! Ist zwar nicht viel, aber trotzdem! Auch am Freitag wird bei uns noch nicht gearbeitet und man kann sich als Volunteer melden und im Katastrophengebiet helfen. Ich helfe natuerlich und wir sind an der University Place Elementary School und helfen noch Sachen aus den Ueberresten des Gebaeudes zu retten! Zum Glueck waren zur Zeit des Tornados keine Schueler in der Schule, denn Teile des Gebaeudes waren einfach weg. Wir raeumen die beiden Kindergartenklassenzimmer aus. Das ist irgendwie total traurig. Hier im total verwuesteten Bereich wird fleissig gearbeitet, und man sieht schon ein etwas geordneteres Chaos. Am Abend war ich froh, dass ich wieder "raus" durfte und nicht jeden Tag hier arbeiten muss! Als ich am Freitag abend von den Aufraeumarbeiten nach Hause komme erlebe ich eine gute und eine schlechte Sache! Die gute Sache ist, der Strom tut wieder! Yippie! Endlich kann ich wieder warm duschen! Obwohl es hier warm ist, finde ich es auf Dauer schon doof immer kalt duschen zu muessen! Die schlechte Nachricht - die Muellabfuhr kam nicht! Hmmm, das haette ich mir auch denken koennen. Die haben bestimmt anderes zu tun! Na gut, ich lass die Tonne grad so wie sie ist an der Strasse stehen, denn bis am Dienstag (da kommt die Muellabfuhr wieder) faengt mein "Nicht-Mehr-Gefrorenes" bestimmt an zu stinken! Und das will ich moeglichst weit weg von meinem Haus haben! Ich hab vielleicht Probleme, mach mir Sorgen um stinkenden Muell,... ganz in der Naehe haben viele Menschen viel groessere Sorgen! Und ich hatte einen guten Schutzengel und soooo viel Glueck! Einer der vielen Tornados haette auch ueber meinem Wohngebiet herunter kommen koennen,.... auf jeden Fall habe ich erstmal ein kleines "Tornadosyndrom" jeden Morgen wenn ich im Bad das Licht anschalte, dann hoere ich die Sirenen... Aber das wird bestimmt vorbei gehen. Ich denke es wird ein ganz schoenes Weilchen dauern bis sich Alabama von diesem Tornadoausbruch erholt und alles wiederaufgebaut ist. Hier koennt ihr noch nachlesen, wo es ueberall Tornados gab. Ich wohne uebrigens genau am Ende des Pfads des Tornados mit der Nr. 2 - und am Beginn wohnt Lauree und mein Pferd. Wir hatten beide soooo viel Glueck!